Einsteigen.
Auch ohne
Bankkarte.

Die ersten fünf deutschen Verkehrsunternehmen geben eine EMV-Guthabenkarte aus. Damit bleiben auch Fahrgäste ohne Bankkarte im IDBT-System.

Projekte

Die ersten fünf Projekte in Deutschland

Fünf Guthabenkarten, an denen 402PAYMENT von der Konzeption bis zur technischen Umsetzung mitgewirkt hat.

SWeasy-CARD der Stadtwerke Schweinfurt: schwarze Karte mit goldenem Chip und Kontaktlos-Symbol, Kartennummer und der Schweinfurter Stadtsilhouette am unteren Rand.

Stadtwerke Schweinfurt

SWeasy

LIVE

Bezahlen im Schweinfurter Stadtbus, ohne Konto und ohne App. Beim Ein- und Aussteigen an den Validator tappen, abgerechnet wird automatisch zum besten Preis.

Herausgeber Stadtwerke Schweinfurt GmbH
Gilt in Stadtbus Schweinfurt. Dort wird seit Januar 2025 ausschließlich bargeldlos bezahlt.
Erhältlich bei Schalterhäuschen am Roßmarkt in Schweinfurt.
Kartenpreis Kostenlos.
Guthaben 15, 30 oder 50 Euro. Wiederaufladbar am Roßmarkt oder im Online-Shop.
Karte Anonym und übertragbar, keine Anmeldung nötig.
RVV-Prepaidkarte: Regensburger Stadtsilhouette über einem grünen Band mit QR-Code, Kartennummer und dem Logo des Regensburger Verkehrsverbunds.

Regensburger Verkehrsverbund

RVV-Prepaidkarte

LIVE

Bezahlen im Regensburger Stadtbus, ohne Bargeld und ohne eigene Bankkarte.

Herausgeber Regensburger Verkehrsverbund GmbH (RVV)
Gilt in Regensburger Stadtbusse.
Erhältlich bei RVV-Kundenzentrum und ausgewählte Vorverkaufsstellen in Regensburg und Umland.
Kartenpreis 5 Euro.
Guthaben 5, 15, 30 oder 50 Euro. Beim Kartenkauf mindestens 5 Euro Startguthaben, Aufladung online oder vor Ort.
Karte Keine Anmeldung nötig. Guthaben und Fahrten stehen im Kundenportal, die Anmeldung dort läuft über Kartennummer und Ablaufdatum.
CALO Card der Rheinbahn: magentafarbene Karte mit Chip und Kontaktlos-Symbol, dem weißen Roboter-Maskottchen CALO in einem roten Kreis und dem Schriftzug „Ich bin CALO!“.

Rheinbahn

CALO Card

IN UMSETZUNG

Kommt ab 2026 nach Düsseldorf und in den Kreis Mettmann. Zuerst in den Bussen, ab 2027 nach und nach in den Bahnen.

Herausgeber Rheinbahn AG, im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).
Gilt in Düsseldorf und Kreis Mettmann. Busse ab 2026, Bahnen ab 2027.
Erhältlich bei Kundencenter der Rheinbahn und rund 130 Vertriebspartner.
Kartenpreis Kostenlos.
Guthaben Aufladung mit Bargeld in den Kundencentern und bei den Vertriebspartnern, bis 150 Euro. Für eine Fahrt muss mindestens der Preis einer Kinderfahrt auf der Karte sein.
Karte Anonym, nicht personalisiert und von mehreren Personen nutzbar. Barrierefrei, ausdrücklich für Fahrgäste ohne Bankkarte oder Smartphone.
VVMcard des Verkehrsverbunds Mittelschwaben: helle Karte mit dunkelgrünem Namensbanner, Verbundlogo, Liniennetz-Grafik, Kartennummer und Kontaktlos-Symbol.

Verkehrsverbund Mittelschwaben

VVMcard

IN UMSETZUNG

Das Bezahlsystem heißt VVMBestPreis und startet 2026 in den Landkreisen Günzburg und Unterallgäu sowie in der Stadt Memmingen.

Herausgeber VVM Verkehrsverbund Mittelschwaben GmbH
Gilt in Landkreise Günzburg und Unterallgäu sowie Stadt Memmingen, ab 2026.
Erhältlich bei Noch nicht bekannt.
Kartenpreis Noch nicht bekannt.
Guthaben Noch nicht bekannt.
Karte Noch nicht bekannt.
NVMcard des Nahverkehrs Mainfranken: türkis illustrierte Karte mit Fachwerkhäusern, Weinbergen, Brücke und Bus, dazu QR-Code, Kontaktlos-Symbol und Kartennummer.

Nahverkehr Mainfranken

NVMcard

IN UMSETZUNG

Startet Ende 2026 in sechs Landkreisen und der Stadt Schweinfurt. Gedacht für Kinder und für alle, die keine eigene Bankkarte nutzen wollen.

Herausgeber Nahverkehr Mainfranken GmbH (NVM)
Gilt in Landkreise Würzburg, Kitzingen, Main-Spessart, Schweinfurt, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld sowie Stadt Schweinfurt. Im Würzburger Stadtverkehr (WSB/WVV) bleibt zunächst alles beim Alten.
Erhältlich bei Vorverkaufsstellen.
Kartenpreis Noch nicht bekannt.
Guthaben Aufladung in den Vorverkaufsstellen oder online.
Karte Noch nicht bekannt.

Grundlage

Was ist eine Guthabenkarte?

Eine Prepaid-Karte im Scheckkartenformat, ausgegeben vom Verkehrsunternehmen. Sie trägt Guthaben statt eines Kontos. Am Validator verhält sie sich wie jede kontaktlose Bankkarte.

  • Kein Konto nötig

    Kein Girokonto, kein Smartphone. Die Karte gibt es über die Theke.

  • Gleiche Schnittstelle

    Die Karte spricht EMV kontaktlos. Im Fahrzeug bleibt es beim vorhandenen Validator, ohne zweite Hardware und ohne zweiten Prozess.

  • Guthaben statt Abbuchung

    Aufgeladen wird im Voraus. Der Fahrpreis geht vom Guthaben ab.

Einordnung

Zwei Wege, ein Chip

Beide Wege sind ID-basiertes Ticketing. Der Vorgang ist für jeden Fahrgast gleich, nur die Abwicklung dahinter unterscheidet sich.

Bis zum Validator identisch

Der Unterschied liegt hinter dem Validator, nicht davor. Was beide Wege teilen, steht in der Tabelle als durchgehende Zeile.

Open Loop und Closed Loop im Vergleich
Open Loop EMV · IDBT Die eigene Bankkarte Closed Loop EMV · IDBT Die Karte des Verkehrs­unternehmens
Verfahren ID-basiertes Ticketing (IDBT)
Am Validator Tappen beim Ein- und Aussteigen, an derselben NFC-fähigen Hardware, mit demselben EMV-Chip
Abrechnung am Ende des Tages zum besten Preis
Für den Fahrgast am Gerät kein Unterschied
Karten­herausgeber die Bank des Fahrgasts das Verkehrsunternehmen oder der Verbund
Deckung durch das Konto hinter der Bankkarte durch das im Kartenkonto­verwaltungs­system referenzierte Guthaben

Beide Wege laufen nebeneinander, ohne dass sich am Validator oder im Alltag der Fahrgäste etwas ändert.

Ablauf

So läuft die erste Fahrt

  1. 01

    Karte kaufen

    An der Verkaufsstelle des Verkehrsunternehmens. Einmalig, ohne Vertrag und ohne Anmeldung.

  2. 02

    Guthaben aufladen

    Bar oder bargeldlos. Der Betrag ist anschließend im Kartenkontoverwaltungssystem referenziert.

  3. 03

    Ein- und aussteigen

    Beim Ein- und Aussteigen an den Validator tappen.

Inklusion

Für wen die Guthabenkarte ist

Bankkarte tappen, einsteigen, fertig. Für die meisten Fahrgäste stimmt das, für manche nicht. Mit einer Guthabenkarte bleiben auch Fahrgäste ohne Bankkarte im IDBT-System, statt auf Bargeld oder Papier ausweichen zu müssen.

Gemeinsam ist ihnen, dass die eigene Bankkarte als Fahrtberechtigung ausfällt — weil es keine gibt, weil sie am Validator nicht akzeptiert wird oder weil sie niemand dafür einsetzen will.

  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen ohne Girokonto
  • Ältere Fahrgäste
  • Geflüchtete
  • Gäste aus dem Ausland
  • Wer die eigene Karte nicht nutzen will

Was das für Verkehrsunternehmen bedeutet

  • Inklusion

    Fahrgäste ohne Bankkarte bleiben im IDBT-System.

  • Kosteneffizienz

    Keine separate Infrastruktur, keine zusätzliche Software. Die Karte läuft auf demselben EMV-Standard und damit in der vorhandenen IDBT-Landschaft.

  • Einfacher Vertrieb

    Prepaid-Modell. Die Karte lässt sich anonym oder personalisiert ausgeben.

  • Bargeldreduktion

    Weniger Bargeldhandling im Vertrieb.

Blick über die Grenzen

  • Niederlande

    Translink löst die OV-chipkaart durch die OV-pas ab: eine EMV-basierte Closed-Loop-Karte neben dem landesweiten Open-Loop-System OVpay. Die alte Karte läuft bis Ende 2027 aus.

    ovpay.nl
  • New York

    Die MTA gibt die OMNY-Karte aus: eine aufladbare EMV-Karte im Closed Loop, für Fahrgäste ohne Bankkarte oder Smartphone. Kauf und Aufladung mit Bargeld an Automaten und im Einzelhandel.

    omny.info

Stand der Angaben: September 2026.

Häufige Fragen

Was Fahrgäste und Aufgabenträger meistens fragen

Kurze Antworten zu Guthabenkarten, Open Loop und Closed Loop im ID-basierten Ticketing.

Brauche ich ein Bankkonto?

Nein. Genau dafür gibt es die Karte. Sie wird mit Guthaben aufgeladen und braucht weder Konto noch Bonitätsprüfung.

Wo bekomme ich die Karte, und wie lade ich sie auf?

Über die Theke: im Kundenzentrum des Verkehrsunternehmens und in seinen Vorverkaufsstellen. Aufgeladen wird dort ebenfalls, in mehreren Projekten zusätzlich online. Kartenpreis, mögliche Ladebeträge und ein etwaiges Startguthaben legt jedes Projekt selbst fest. Informationen dazu bei den Projekten.

Was passiert am Validator?

Dasselbe wie bei einer Bankkarte: tappen, Signalton, fertig. Die Guthabenkarte nutzt dieselbe EMV-Kontaktlos-Schnittstelle, deshalb braucht es im Fahrzeug keine zweite Hardware und keinen zweiten Abrechnungsweg.

Was, wenn das Guthaben nicht reicht?

Dann gibt der Validator die Fahrt nicht frei. Wie hoch das Mindestguthaben ist und ob es eine Kulanzregel gibt, legt jedes Projekt selbst fest. Die Werte stehen bei den Projekten.

Wo sehe ich Guthaben und Fahrten?

In einem Kundenportal. Die Anmeldung läuft dort in der Regel über Kartennummer und Ablaufdatum, eine Registrierung ist nicht nötig. Der Guthabenstand lässt sich außerdem an den Verkaufsstellen abfragen.

Bekomme ich Restguthaben zurück?

Bei der RVV-Prepaidkarte und der CALO Card ja, gegen Rückgabe der Karte an der Ausgabestelle. Wo genau und mit welcher Frist, unterscheidet sich: mal nur im Kundenzentrum, mal auch bei den Vertriebspartnern und erst einige Zeit nach der letzten Fahrt.

Was passiert bei einer Fahrscheinkontrolle?

Dieselbe Karte an das Kontrollgerät halten. Das Gerät zeigt dem Prüfpersonal, ob eingecheckt wurde.

Was passiert bei Verlust?

Eine Guthabenkarte ist in der Regel nicht personalisiert und verhält sich damit wie Bargeld in der Jackentasche. Ob ein Projekt eine freiwillige Registrierung anbietet, mit der sich das Restguthaben sichern lässt, steht bei den Projekten.

Was passiert mit meinen Daten?

Fahrtdaten und Zahlungsdaten bleiben getrennt. Im System liegt nicht die echte Kartennummer, sondern ein Token; daraus lässt sich weder auf die Person noch auf ein Konto schließen.

Was ist der Unterschied zwischen Open Loop und Closed Loop?

Beide nutzen denselben EMV-Chip und denselben Validator. Bei Open Loop geht der Tap direkt in die Autorisierung der Kartennetzwerke, und der Fahrpreis wird nach der Fahrt über einen Acquirer abgerechnet. Bei der Guthabenkarte gibt das Verkehrsunternehmen die Karte selbst aus, und die Fahrt läuft gegen das Guthaben. Ausführlich steht das unter Zwei Wege, ein Chip.

Warum nicht einfach eine App?

Eine App setzt Smartphone, Konto und Datenverbindung voraus. Die Guthabenkarte ist für die Fahrgäste da, bei denen mindestens eines davon fehlt: Kinder und Jugendliche, Menschen ohne Girokonto, Gäste aus dem Ausland.

Etwas nicht dabei? Projektspezifische Angaben stehen bei den Projekten.

Beteiligte

Standard, Technik, Konzept

  • Konzeption und Begleitung

  • Kontaktlos-Standard

  • Kartenhersteller

Wer hinter dieser Übersicht steht

402PAYMENT begleitet Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde bei Payment- und Ticketing-Projekten im ÖPNV, von der Analyse der Vertriebslandschaft über das IDBT-Vergabeverfahren bis zum Rollout im Fahrzeug.

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Infografik

EMV-Guthabenkarten im ÖPNV, auf einen Blick

Open Loop, Closed Loop und die fünf deutschen Projekte auf einem Bogen. 402PAYMENT hat das Thema EMV-Guthabenkarte für IDBT in Deutschland konzeptioniert.

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